Review: Without Wax - Innocence Fadin
Dass es auch kleine Leute faustdick hinter den Ohren haben, beweisen Without Wax mit jedem Lied aufs Neue, da ihr Durchschnittsalter nur 15 Jahre (!) beträgt. Innerhalb von zwei Jahren haben sie zwei Tourneen vor rund 5000 Zuschauer hinter sich und begeistern sie immer wieder mit ihrer Mischung aus Rock, Punk und Emo.
Während Tino Wilczewski, mit seinen 15 Jahren der Jüngste, am Drumset sein Können zeigt, geben Jonas Nühlen auf dem Bass und Florian Blaswich auf der Gitarre ihren Rocksenf dazu, damit der Sänger Yannick Dahl krafvoll wie er singt einstimmen kann. Diese geballte Power brannten sie im Woodhouse Records Studio auf ihre erste EP Innocence Fadin´
Mit No School Today als Radio Edition startet das erste Lied. Recht ruhig gespielt, macht aber durch die klasse gelungene Abwechslung von Strophe und Refrain mit einem härter/ruhiger Kontrast Lust auf mehr. Richtig geil geworden sind die Abstimmungen der Gitarren- und Drumparts, die Rhythmisch fantastisch zusammenpassen. Der Sänger Yannick Dahi aber ist auch nicht von schlechten Eltern und vervollständigt das Ganze zu einem sehr gut gelungenen Song. Leider ist das mit nicht ganz drei Minuten ein recht kurze Freude.
Das zweite Lied ist der Namensgeber des EPs. Mit Innocence Fadin´ und seinen ruhigen Strophen, aber rockenden Refrains hat es im ganz Groben den Anschein, als ob es dem ersten Lied ähnlich ist. Dem ist allerdings überhaupt nicht so, da das Lied einen anderen rhythmische und melodische Eigenart besitzt - eben der Unterschied, den nicht unbedingt jede Band bei ihren Songs hinbekommt. Auch hier wieder einen kleinen Abzug für die kurze Spieldauer von 3:13.

Die goldene Mitte der EP ist von der Rockbalade These Killing Words belegt, in welcher Sänger und Co ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Wenn man von so einem powervollen und gefühlsbetonten Song zugerockt wird, vergisst man glatt das wahnsinnig junge Alter der Jungs, denn, wie gesagt, keiner von ihnen ist Älter als 16. Mit viereinhalb Minuten das längste Lied.
Doch wehe man glaubt sich jetzt in Sicherheit vor den vor Kraft strotzenden Songs, denn der bekommt mit Saturdaynight/Everynight eins übergebraten. Kurz und knackig, könnte man bei diesem hier meinen, aber leider wieder ein ZU kurzes Lied. Trotzdem sehr geil mit seinen Gruppengesängen und dem schrill-krassem Gitarrensolo, welche zu einem Übersong verpackt werden.
Zum Abschluss wird der Startsong wiederholt, allerdings in der Normalen statt der Radioversion. Einzige Unterschiede sind ein geändertes Intro, weniger Studioeffekte und eine um knapp 15 Sekunden kürzere (leider) Spielzeit.
Fazit: Eine trotz des jungen Durchschnittalter sehr professionelle Band mit außerordentlichen, energiegeladenen, aber leider zu kurz geratenen Songs, die einem zeigen, wo der Rockhammer hängt.
[gesch. Roman]